E-Mail Aktion (ausgesetz)

Ein herzliches Dankeschön an alle UnterstützerInnen

An dieser Stelle konnten bisher die Aktiven in Göttingen unterstützt werden durch eine Protestmail an Netto. Den Text findet ihr unten. In der Mail wurde Netto aufgefordert, Verhandlungen mit ver.di aufzunehmen um gemeinsam zu Lösungen für die Beschäftigten zu finden, die von den überfallartigen Schließungen von vier Filialen in Göttingen betroffen sind.

421 UnterstützerInnen haben unser E-mailformular genutzt. Zahllose weitere haben Netto privat angeschrieben. Für diese Unterstützung möchten wir uns ganz herzlich bedanken. Sie hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Inzwischen hat Netto mit uns Gespräche aufgenommen. Wir setzten deshalb bis auf weiteres die E-Mail-Aktion aus. Allerdings hat Netto immer noch wichtige Fragen nicht geklärt (Hier findet sich der Stand der Dinge – link zu Bereicht über Gespräch). Es kann also sein, dass wir Eure/Ihre Unterstützung noch einmal brauchen. Über die Homepage halten wir Euch/Sie weiter auf dem Laufenden.

Zur Dokumentation hier der Text der Protest-Email:

Sehr geeherter Herr Mosa, Vorstand der Edeka,
sehr geehrte Geschäftsleitung der Edeka-Tochter Netto,

seit Anfang Juni 2012 hat die EDEKA-Tochter Netto Markendiscount in Göttingen vier Filialen überfallartig geschlossen. Die betroffenen KollegInnen wurden erst am Tag der Schließung über die Pläne informiert. Sie als verantwortliche Geschäftsleitung haben nicht das Gespräch mit den KollegInnen gesucht, um frühzeitig gemeinsam Lösungen für mögliche Versetzungen zu finden.

In den letzten Monaten waren die Netto-KollegInnen in der Region Göttingen öffentlich gewerkschaftlich aktiv. Acht KollegInnen haben sich zu den bundesweit ersten Vertrauensleuten im Discounterbereich wählen lassen. Das Vorgehen von Netto in Göttingen legt für uns den Verdacht nahe, dass Sie als Unternehmen die Schließungen und Versetzungen nutzen, um alle KollegInnen bei Netto einzuschüchtern. Netto würde damit das Grundrecht auf Koalitionsfreiheit (Grundgesetz Art. 9, Abs. 3) verletzen.

Bei den derzeitigen „überfüllten“ Filialen wird früher oder später die Relation Personalkosten/Umsatz nicht mehr stimmen und es wird zu Versetzungen kommen.

Ich erwarte von Netto in den kommenden Wochen folgende konkrete Schritte, um die durch das Unternehmen erzeugte Unsicherheit zu beenden.

- Einhaltung des Arbeitszeitgesetz und der Tarifverträge.

- Keine Kündigungen und kein Auslaufenlassen von befristeten Verträgen. Alle bleiben an Bord.

- Keine erzwungenen „Minusstunden“: alle Beschäftigten haben ein Recht darauf, ihre arbeitsvertraglichen Stunden auch arbeiten zu dürfen.

- Bei Versetzungen müssen die sozialen Belange der Beschäftigten (z.B. Wohnortnähe) höchste Priorität haben.

- Vernünftige Ausbildungsbedingungen für Azubis, Einhaltung des Berufsbildungsgesetzes.

- Ich fordere die Geschäftsleitung der EDEKA-Tochter NETTO zu Gesprächen mit der Stadt Göttingen und den anderen Kommunen auf, mit dem Ziel, die Region als Standort für die NETTO Märkte zu erhalten und die geschlossenen Filialen wieder zu öffnen.

- Ein deutliches, öffentliches und unternehmensinternes Bekenntnis zur Legitimität gewerkschaftlicher Präsenz im Unternehmen. Alle Führungsebenen von Netto werden angewiesen die Organisierungsbemühungen der ver.di KollegInnen nicht zu behindern und Einschüchterung und Nachrede aktiver und zukünftiger ver.di-KollegInnen zu unterlassen.

Mit freundlichen Grüßen,

(C) 2012 Ver.di Niedersachsen/Bremen - Fachbereich Handelzuletzt aktualisiert: 27.06.2016